Das Ideenloch

Beim Befragen des Internets zu Kreativität lernt man so allerlei, so zum Beispiel dass einem sogar das Verhaften oder auch Scheitern in einer sog. Inkubationsphase drohen kann.

Die jĂĽngste Recherche fĂĽhrte mich zu einem Artikel in der Wirtschaftswoche ĂĽber die skurrilen Tricks berĂĽhmter Persönlichkeiten.Demnach hat sich beispielsweise der Psychologe B. F. Skinner mit einer Art Vorform dessen, was heute Self Tracking genannt wird, zu besseren Arbeitsergebnissen gelotst – allein durch tägliches Beziffern seiner Arbeitsstunden und –inhalte. In Zeiten von Zeit- und Projekttracking Tools bĂĽndeln Arbeitnehmer vielleicht heute ihre Konzentration verstärkt auf das eigene Tun, verbessern es unter Umständen. Ob es dadurch auch kreativer wird?

Wie ergeht es eigentlich den anderen in meiner Umgebung in ihrer Inkubationsphase?

Joggen hilft bei mir.Michael Pietz
Musik hören und den Arbeitsplatz in den Massagestuhl verlegen.Robin Acheampong

Das AusbrĂĽten von Ideen lässt sich bei Melli am besten so zusammenfassen.

Der Weg zur Idee.
Der Weg zur Idee.
 

Die Wege zur Idee sind also durchaus unterschiedlich. Steven Johnson sucht in seinem Buch „Wo gute Ideen herkommen“ aus dem Jahr 2010  nach den Umständen, unter denen Ideen entstehen –   fernab also von der Auflistung allerlei Kreativitätstechniken. Er beschreibt unter anderem das Prinzip der sog. Serendiptät, die „zufällige Beobachtung von etwas ursprĂĽnglich nicht Gesuchtem, das sich als neue und ĂĽberraschende Entdeckung erweist.“ [1]

Eine besonders anschauliche Darstellung seiner AusfĂĽhrungen findet sich hier:

YouTube

Mit dem Laden des Videos akzeptieren Sie die Datenschutzerklärung von YouTube.
Mehr erfahren

Video laden

PGlmcmFtZSB3aWR0aD0iNjAwIiBoZWlnaHQ9IjQwMCIgc3JjPSJodHRwczovL3d3dy55b3V0dWJlLW5vY29va2llLmNvbS9lbWJlZC9OdWdSWkdEYlBGVT9hdXRvaGlkZT0yJmF1dG9wbGF5PTAmbXV0ZT0wJmNvbnRyb2xzPTEmZnM9MSZsb29wPTAmbW9kZXN0YnJhbmRpbmc9MSZwbGF5bGlzdD0mcmVsPTAmc2hvd2luZm89MSZ0aGVtZT1kYXJrJndtb2RlPSZwbGF5c2lubGluZT0wIiBmcmFtZWJvcmRlcj0iMCIgYWxsb3dmdWxsc2NyZWVuPSJ0cnVlIiBhbGxvdz0iYXV0b3BsYXk7IGZ1bGxzY3JlZW4iIHRpdGxlPSIiPjwvaWZyYW1lPg==

Die Bedeutung der Wirkweise von Serendipität hat offensichtlich auch bereits Einzug in die Kreativ-Wirtschaft gehalten.

Die mit dem Begriff der Serendipität gekennzeichnete glĂĽckliche Koinzidenz spielte bei Entdeckungen und Erfindungen schon immer eine wichtige Rolle. […] Damit jedoch aus der Magie oder dem puren Zufall Serendipität werden kann, muss sich noch etwas anderes dazugesellen: die Bereitschaft, vom gewohnten Pfad abzuschweifen und eine breitgefächerte Neugier nach eventuell Relevantem jenseits des eigenen Tellerrands. […]  Den ­Zusammenhang zwischen Coworking und Serendipität ­machen sich mittlerweile auch andere Unternehmen ­zunutze, indem sie durch das Einrichten eigener Coworking Spaces, Start-up-Inkubatoren oder ähnlicher hybrider Räume die Logik der kreativen Kollisionen in Teile ihrer Organisation zu importieren versuchen. CREATIVE.NRW

Also Serendipität aus der Retorte? DarĂĽber muss  man vielleicht noch einmal nachdenken, das nächste Mal im Inkubator.


[1] „the discovery through chance by a theoretically prepared mind of valid findings which were not sought for“, in: Robert K. Merton: Social Theory and Social Structure. The Free Press, Glencoe, Ill. 1957. S. 12. via Wikipedia