Frontend-EntwicklungKonferenzenNightly Build

PPW bei der NightlyBuild 2015

PPW bei der NightlyBuild 2015

Am vergangenen Freitag fand hier in Köln zum zweiten Mal die NightlyBuild statt, die sich selbst als “hand-crafted after work conference for web enthusiasts loving technology, design and inspiration” beschreibt. Wir von PPW waren zu zweit vor Ort im Theaterhaus in Ehrenfeld und trafen dort gleich auf mehrere bekannte Gesichter. Bei Fassbrause und leckerem, selbst gebrauten Bier warteten wir dann gespannt auf den Beginn der Vorträge, die sich in diesem Jahr alle weitestgehend mit dem Thema Work-Life-Balance beschäftigen sollten.

Alsbald betrat dann auch Christian Heilmann, der in der Frontend-Entwicklungsszene wohl bekannt ist und als NightlyBuild-Moderator durch den Abend führte, die Bühne. Nach seiner netten und amüsanten Einleitung begann dann auch Bastian Allgeier als erster von insgesamt fünf SpeakerInnen mit seinem Talk über “Homemade Pressure”. Darin berichtete der Entwickler des Datei-basierten Content-Management-Systems Kirby darüber, welche Erfahrungen er mit der Entwicklung eigener Produkte gemacht hat, wie er Support-Anfragen handhabt und wie wichtig es ist, Aufgaben weiter deliegieren zu können, anstatt selbst immerzu das Rad neu erfinden zu wollen.

Im zweiten Talk des Abend berichtete die Ashley G. Williams, eine aus New York stammende ehemalige Lehrerin, die mittlerweile als Entwicklerin bei Mozilla, der Non-Profit-Organisation hinter Firefox, tätig ist, in “If you wish to learn ES6/2015 from scratch, you must first invent the universe” von ECMAScript 6, dem neuen JavaScript-Standard, und wie man die dahinterstehenden Konzepte am besten vermittelt.

Ihr folgte mit Stefanie Schirmer eine Entwicklerin von der seit April diesen Jahres börsennotierten E-Commerce-Plattform Etsy, auf der Nutzer selbst handgefertigte Produkte verkaufen können. Sie gewährte einen Einblick in Etsys sympathische Unternehmenskultur, in der neue Kollegen bereits am ersten Tag dazu ermutigt werden, Änderungen am Live-System durchzuführen und man für den spektakulärsten Fehler mit einem dreiärmigen Pullover prämiert wird.

Nach der Essenspause mit leckeren Wraps erklärte Garann Means dann, dass man sein Wohlbefinden nicht von der Qualität seines Codes abhängig machen darf und dass Coding auch nur ein Job sei. Interessant und beunruhigend war dabei auch ihre Beobachtung, dass die Tech-Branche derzeit einem Jugendwahn erlege und in Zukunft zwingend mehr Karriereoptionen für ältere Entwickler geschaffen werden müssen.

Einen überaus unterhaltsamen Abschluss bereitete dann die Designerin Lizzie Mary Cullen, die unabhängig von irgendeiner Technologie das große ganze im Auge hatte und mit ihren wunderbar vorgetragenen und illustrierten Kurzgeschichten nicht nur schauspielerisches Talent offenbarte, sondern auch aufzeigte, wie wichtig es ist, zufrieden mit sich selbst und seiner Arbeit zu sein.

Auch wenn hier für eine Frontend-Konferenz ungewöhnlich weit über den Tellerrand geblickt wurde (oder gerade deshalb), war das ein rundum gelungener Abend, aus dem wir für unsere tägliche Arbeit und auch für den Feierabend einiges mitnehmen konnten. Bei der NightlyBuild 2016 sind wir auf jeden Fall gerne wieder mit dabei!

Wer nicht teilnehmen konnte, wird sich freuen zu hören, dass die Talks aufgezeichnet wurden. Sobald diese online sind, werden wir die Videos an dieser Stelle noch nachreichen. Update, 21.09.2015: Die Videos stehen nun im YouTube-Channel der Nightly Build bereit.

Kopfbild und Infos zur Konferenz: http://www.nightlybuild.io/