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WordCamp Nürnberg 2016

WordCamp Nürnberg 2016

WordPress Refresher: Vom 11. bis 18. April fand im Herzen Mittelfrankens die Nürnberg Web Week statt, ein „Festival der digitalen Gesellschaft mit Veranstaltungen, Konferenzen, Aktionen und Treffen rund um zentrale digitale Themen“, wie es auf der Webseite heißt. Neben verschiedenen Vorträgen und Workshops, u.a. zur App-Entwicklung, Accessibility-Optimierung und dem Internet of Things, fanden mit dem YouTube Barcamp, dem IndieWebCamp und dem WordCamp gleich drei Events mit wiederum eigenen interessanten Programmen und Speakern statt.

Nach dem gelungenen WordCamp hier in Köln im letzten Jahr fiel die Entscheidung, dass ich mich in diesem Jahr nach Nürnberg aufmachen würde, natürlich besonders leicht. Obwohl ich mich am Freitag zwar rechtzeitig von der Agentur aus auf den Weg machte, war ich verkehrsbedingt leider dennoch zu spät vor Ort, so dass ich der Warmup-Party leider keinen Besuch abstatten konnte. So bekam ich aber immerhin genügend Schlaf für die kommenden zwei, vollgepackten Konferenztage.

Am nächsten Morgen ging es dann auch gleich zur „Ohm“, der Technischen Hochschule Nürnberg Georg Simon Ohm, in der das WordCamp stattfinden sollte. In modernen, nahe beieinander gelegenen Hörsälen ging es dann direkt mit dem aus vier Tracks bestehenden Programm los. Nach der Begrüßung durch das Orga-Team wandte sich mit dem Franziskaner Mönch Natanael Ganter ein vergleichsweise ungewöhnlicher Redner an die rund 300 Teilnehmer (“Ich bin kein Jedi!”). In seiner Keynote bot er Denkanstöße, wie die WordPress-Community zur Verbesserung gesellschaftlicher und politischer Verhältnisse beitragen könnte, warum man nicht von einer “Flüchtlingswelle” sprechen sollte und was das alles mit den Tributen von Panem zu tun hat.

Nach dieser anfänglichen Rückkehr zu WordPress‘ Wurzeln als meinungsmachende Blogging-Plattform behandelten die folgenden Sessions nunmehr die ganze Bandbreite des WordPress-Spektrums, aber auch darüber hinaus gehende Themen. So gab es neben dem interessanten und unterhaltsamen “Core Committer Q&A”, in dem man aus erster Hand Infos über Neuerungen im WordPress Core erfuhr, auch Vorträge mit “Tipps & Tricks für gesundes Arbeiten am PC”.

So dürfte für jeden etwas dabei gewesen sein. Für mich waren natürlich vor allem die technischeren Sessions interessant. Etwa die von Walter Ebert (Video) und Hans-Helge Bürger (Video), in denen die beiden ihr Setup zum Entwickeln von WordPress-Seiten vorstellten und dabei Fragen beantworteten, die sich jedem professionellen WordPress-Entwickler irgendwann einmal stellen. Walter erklärte dabei etwa, wie er WordPress und die verwendeten Plugins per Composer installiert und mit Git verwaltet. Ein willkommener Abgleich mit unserem WordPress-Workflow hier bei PPW, von dem ich nicht nur den WordPress Packagist mitgenommen habe (“This site mirrors the WordPress plugin and theme directories as a Composer repository” – Gold wert!).

wordpress-nuernberg-photostroller

Wie schon im letzten Jahr hat Nicole Lücking a.k.a. @photostroller ihre besuchten Sessions wieder in sehenswerten Sketchnotes zusammengefasst (hier die Session „WordPress als App-Framework“). In diesem flickr-Album finden sich all ihre Notizen zum WordCamp Nürnberg.

An anderer Stelle wurde – für mich als Frontend’ler besonders ansprechend – ausgiebig über Performance-Optimierung (“Die Einfachheit der Dinge, oder – warum Performance kein Luxus sein darf”, “Mythbuster – WordPress Performance”) und Theme-Entwicklung (“Custom Themes from Scratch”, “One-Pager mit Bordmitteln”) gesprochen. Der obligatorische Talk zur REST API durfte natürlich auch nicht fehlen (“WordPress als App-Framework”) und wurde mit der immer näher rückenden Veröffentlichung selbiger im Core im Vergleich zum letzten Jahr auch schon sehr konkret. Die Entwicklung von WordPress zu einem Headless CMS, also zu einer Veröffentlichungsplattform, die von der Darstellung völlig losgelöst ist, bleibt nach wie vor sehr spannend und ist auch im Zusammenspiel mit Smartphone-Apps überaus interessant.

Wie Chef-Organisator Stefan Kremer im Recap des PressWerk-Podcasts bereits bedauerte, liegt es bei vier parallelen Tracks in der Natur der Sache, dass man Dreiviertel der Vorträge verpasst. Das WordCamp Nürnberg wurde allerdings mit erstaunlicher Geschwindigkeit digitalisiert und mit Unterstützung aus der Joomla-Community (!) fast augenblicklich zu WordPress.tv hochgeladen, wo man sich nun die Aufzeichnungen sämtlicher Talks ansehen kann – und so dann doch noch alles zu sehen bekommt.

Zum guten Schluss wurde dann wie üblich das nächste deutsche WordCamp angekündigt: Bereits im September findet sich die deutsche WordPress-Community in Frankfurt ein. Tickets gibt’s noch keine, aber @WordCampFra hält einen auf Twitter dahingehend auf dem Laufenden und ich für meinen Teil kann den Besuch eines WordCamps jedem interessierten WordPress-Nutzer und -Entwickler wirklich nur empfehlen.