#spotlightGoogleresponsive Webdesign

5 vor 12 für Mobile: Google straft nicht-mobile Webseiten ab

5 vor 12 für Mobile: Google straft nicht-mobile Webseiten ab

In einem Monat, am 21. April, ist es soweit: Webseiten, die für Mobilgeräte optimiert sind, werden im Google-Ranking bevorzugt behandelt. Alle Seiten, die nicht für die diversen Bildschirmgrößen der Smartphones und Tablets optimiert sind, drohen in den Untiefen des Suchalgorithmus unterzugehen.

It’s a Mobile World

Dass Google sich zu diesem Ende Februar angekündigten Schritt entscheidet, war abzusehen. Die Nutzung des mobilen Internets steigt seit Jahren rapide. 2014 surfte hierzulande bereits jeder zweite Onlinenutzer über sein Mobilgerät im Internet, so die ARD-ZDF-Onlinestudie. Auch weltweit ist diese Entwicklung zu beobachten. So wurde Branchenprimus Facebook im letzten Quartal bereits von 1,2 Milliarden Menschen mobil genutzt, während nur noch 204 Millionen Menschen das soziale Netzwerk ausschließlich über ihren Desktop-Rechner besuchten. Die Nachfrage nach Smartphones und Tablets ist zudem ungebremst, so dass das Ende der mobilen Fahnenstange noch längst nicht erreicht sein dürfte.

Google hat unlängst darauf reagiert und kennzeichnet für Smartphone und Tablet optimierte Webseiten bereits seit November mit einer “Für Mobilgeräte”-Markierung in den Suchergebnissen. Fortan werden diese also auch priorisiert, um dem Suchenden auch nach dem Klick auf ein Ergebnis ein ideales Nutzungserlebnis bieten zu können. Konkret: Wer unterwegs am Bahnsteig oder allabendlich auf der Couch über sein Touch-Device googlet, der wird ab dem 21. April nicht weiter mit kaum oder womöglich gar nicht les- und benutzbaren Webseiten behelligt. Aus Nutzersicht ein sehr willkommener Schritt!

Was ist zu tun?

Webseitenbetreiber, die bisher den Schritt zum Responsive Webdesign gescheut haben, sollten sich zwei Mal überlegen, ob nicht jetzt der richtige Zeitpunkt ist, den eigenen Internetauftritt für Mobilgeräte zu optimieren. Zwar werden klassische Webseiten nicht gleich aus dem Suchindex geworfen, aber in Anbetracht der Tatsache, dass sich die Nutzer mobil sogar nur für die ersten zwei Treffer der Ergebnisliste interessieren (vgl. diese Studie unter “Mobile”), besteht spätestens jetzt Handlungsbedarf. Vor allem wenn man auf eine Top-Platzierung angewiesen ist.

Der Suchmaschinengigant hat zu diesem Zweck einen eigenen Leitfaden veröffentlicht, in dem erklärt wird, wie sich Webseiten möglichst “mobile-friendly” kreieren lassen. Dass Weiterleitungen auf spezielle, mobiloptimierte Versionen (wie z.B. m.spiegel.de) und eigens für spezielle Gerätetypen ausgelieferte Seiten zwar noch akzeptabel seien, Responsive Webdesign aber die bevorzugte Vorgehensweise ist, wird dabei explizit herausgestellt:

Responsive Webdesign: Stellt unabhängig vom verwendeten Gerät – Desktop, Tablet, Mobilgerät oder nicht-visueller Browser – denselben HTML-Code bereit, kann den Inhalt jedoch auf Grundlage der Bildschirmgröße variieren. Responsive Webdesign ist der von Google empfohlene Ansatz.

Ein Test-Tool, das bestehende Angebote auf ihre “Mobile-Friendliness” hin überprüft, bietet Google auch gleich selbst an. Nutzt man Googles Webmaster Tools, stellt das Unternehmen zudem einen ausführlichen Bericht darüber bereit, welche (Unter-)Seiten wie angepasst werden müssen. Auch ist ein Blick in die PageSpeed Insights empfehlenswert, die nicht nur beleuchten, inwieweit das Design einer Webseite für Mobile optimiert ist, sondern auch Usability und Ladegeschwindigkeit des Auftritts berücksichtigen. Faktoren, die gerade mobil keinesfalls vernachlässigt werden sollten.

Der Suchkonzern hat sich damit klar positioniert. Doch auch unabhängig von Googles Deadline ist es ratsam, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Mit der immer größer werdenden Auswahl und Verbreitung von Smartphones, Tablets, Smart-TVs und neuerdings Smartwatches werden Webseiten schon heute auf unterschiedlichsten Geräten mit verschiedensten Bildschirmen, Auflösungen und Anforderungen angezeigt und genutzt. Wer das bereits bei der Konzipierung seiner Webseite berücksichtigt und diese durch eine moderne, technische Umsetzung realisiert, stellt nicht nur Google zufrieden, sondern dank einer konsistenten, modernen User Experience auch seine Nutzer.