Die Zukunft von WordPress – Nachlese vom WordCamp Cologne 2015

Die Zukunft von WordPress – Nachlese vom WordCamp Cologne 2015

Am vergangenen Wochenende fand hier in Köln das WordCamp Cologne MMXV statt, bei dem sich rund 350 Teilnehmer ĂŒber aktuelle Entwicklungen, die Performance und Sicherheit ihres Lieblings-CMS, das eigene Nutzungsverhalten und natĂŒrlich die Zukunft von WordPress austauschten. Grund genug fĂŒr einen kleinen RĂŒck- und Ausblick!

Nach Check-In und BegrĂŒĂŸung durch das Organisationsteam, das, wie sich in den kommenden zwei Tagen herausstellte, hervorragende Arbeit leistete, eröffnete der Schweizer Entwickler Pascal Birchler das WordCamp mit seiner Keynote. Darin rĂ€umte er mit dem Vorurteil auf, dass WordPress “for blogging only” sei und erlĂ€uterte neben seinem eigenen Werdegang auch den von WordPress, das sich 2003 aus der zuvor eingestellten Weblog-Software „b2“ entwickelte, womit WordPress nun “almost a teenager” sei. Ein Teenager, auf dem mitterweile 23,9 Prozent aller Websites aufbauen.

“WordPress as a Backend”

Bereits in der Keynote zeichneten sich auch gleich die Trends ab, die zumindest die Entwickler-Sessions immer wieder bestimmen sollten: Die WordPress REST API, das daraus folgende Credo von “WordPress as a Backend” und die JavaScript-UnterstĂŒtzung.

Das große Fragezeichen des Wochenendes war entsprechend, wann die REST API denn nun endlich in den WordPress Core wandert, also offizieller Bestandteil des Systems wird. Bisher wird die Programmierschnittstelle, die den Datenaustausch mit dem CMS in Zukunft massiv vereinfacht, nĂ€mlich nur als so genanntes Feature-Plugin gefĂŒhrt, das ursprĂŒnglich bereits mit Version 4.0 eingebunden werden sollte – aktuell sind wir jedoch schon bei 4.2. Nun, so war sich die Camp-GerĂŒchtekĂŒche einig, wird dies wahrscheinlich erst Anfang 2016 passieren.

Warum die WordPress-Community so sehnsĂŒchtig auf die REST API wartet, erklĂ€rte der Berliner Informatiker Hans-Helge BĂŒrger auch gleich in seiner PrĂ€sentation: Die Programmierschnittstelle wird völlig neue Möglichkeiten im Umgang mit WordPress bieten. Über einfach zu handhabende Endpunkte lassen sich so problemlos neue Daten einstellen und bestehende Daten auslesen und verĂ€ndern. Damit sind nicht nur eigene, z.B. an den Kunden angepasste Backends denkbar, sondern auch Smartphone-Apps oder moderne JavaScript-Themes, die nicht weiter durch die bisher verwendeten Strukturen (XML-RPC, PHP-Templates) eingeschrĂ€nkt werden oder bisher ohne Weiteres gar nicht realisierbar waren. Den JavaScript-Themes widmete der Frontend-Entwickler Luc Princen aus den Niederlanden seinen Talk und zeigte damit auf, wie es durch die REST API endlich möglich wird, Templates und Styles sauber von Logik und Daten zu trennen und ein Theme etwa als Single-Page-App umzusetzen.

Es steht also fest, dass WordPress sich fortan immer mehr zum “Application Framework” entwickelt, das die Datenbasis fĂŒr zahlreiche und unterschiedlichste Anwendungen und Webseiten bereitstellt. Eine Entwicklung, die WordPress-Erfinder Matt Mullenweg bereits wĂ€hrend des WordCamp San Fransicso 2013 beobachte und sicherlich der richtige Schritt, um auch in einer von Smartphones und App Stores dominierten Welt noch lange eine wichtige Rolle zu spielen.

WordPress: Tipps, Tricks & Verbesserungen

Jedoch wurde nicht nur in die API-verliebte Kristallkugel geguckt, sondern auch ganz praktisch gezeigt, wie man WordPress im hier und jetzt verbessern kann. Dazu beschĂ€ftigten sich z.B. Jon Ziemlich und Marko Heijnen (Slides) in ihren Talks damit, wie man WordPress gegen SicherheitslĂŒcken und Hacking-Versuche absichern kann (Antwort: RegelmĂ€ĂŸig updaten und die eigene WordPress-Installation stets im Auge behalten). Frank BĂŒltge (Slides) erklĂ€rte, wie und warum man den Customizer in seinen Themes verwenden sollte, Torsten Landsiedel (Slides) berichtete vom Child-Theme-Dilemma samt eigenem Lösungsansatz und Walter Ebert (Slides) zeigte ganz praktisch, wie man die Performance von WordPress-Projekten optimiert.

Auch jenseits von Entwickler-Talks war fĂŒr jeden etwas dabei, egal ob Design, Community-Management, SEO oder Blogging (hier der Sessionplan). Da erfreulicherweise sĂ€mtliche Sessions aufgezeichnet wurden und in den nĂ€chsten Tagen auf WordPress.tv veröffentlicht werden, können die hier genannten und alle anderen verpassten Highlights noch bequem nachgeholt werden.

Das nĂ€chste deutsche WordCamp, wurde im Beisein der neuen Organisatoren verkĂŒndet, wird 2016 erstmals in NĂŒrnberg stattfinden. “Wenn es nĂ€chstes Jahr nur halb so gut wird wie in Köln”, so einer der NĂŒrnberger, “dann wird es ein sehr gutes WordCamp.” Dem kann ich nur beipflichten. Und wenn die REST API dann endlich integriert ist, umso besser.

Anmerkung der Redaktion: Und wurde es nur halb so gut? Hier geht’s zum Blog ĂŒber das WordCamp NĂŒrnberg 2016.

(Bildquelle: Screenshot der WordCamp Cologne-Webseite)