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Digitale Transformation: Ein Blick in die Debatte

Digitale Transformation: Ein Blick in die Debatte

Der nächste Kurzzeit-Hype oder ernstzunehmende Entwicklungen? Das Thema wird unterschiedlich von der Digitalwirtschaft aufgenommen. Etliche Vorschläge zur Effizienzsteigerung von KMU besiedeln derzeit im Netz das Stichwort „Digitale Transformation“. Oder müssen wir weiter denken? Wir liefern einen kleinen Überblick zum Status Quo in der Debatte.

„Vernetzter, intelligenter, sozialer“ (Roland Berger)

Kollaborationstools und digitale Vernetzungslösungen der inneren Systemlandschaften halten derzeit als Allheilmittel für die Transformation her. Während einige zunächst nur die Effizienzsteigerung von internen Prozessen betrachten, beleuchten andere die marktrelevanten Chancen der Digitalen Transformation, wie Roland Berger mit dem BDI zusammen in einer neuen Studie.

Doch das reicht nach Ansicht der Roland Berger Strategy Consultants nicht aus. Die Studie zeigt, dass es vielmehr noch um die Erschließung neuer Wertschöpfungspotentiale und dem Ausbau des Portfolios geht  Es mangele jedoch oft noch an digitalem sowie marktrelevantem Verständnis. Die Gefahren bestünden insbesondere darin, dass „branchenfremde Marktteilnehmer, die über eine hohe Digitalisierungskompetenz verfügen, sie aus lukrativen Teilen der Wertschöpfung verdrängen“, wie mit Amazon oder jüngst mit Uber geschehen.

 

Mut zum Wandel

Mit dem Gewahrwerden des neuen Marktumfeldes und den Veränderungen von Wertschöpfungsketten zu ganzen „Wertschöpfungsnetzwerken“ könnte es in der Konsequenz in der Unternehmenslandschaft massive Strukturveränderungen geben. In seinem Artikel „Kein Geld? Keine Digitale Transformation!“ beleuchtet der Autor die betriebswirtschaftlichen und finanziellen Aspekte des Themas, kreiert aber auch ein ganz praktisches Szenario. Sogar Schulterschlüsse unter konkurrierenden Unternehmen kann er sich vorstellen, so z. B. bei der Pilotierung von Produkten und Dienstleistungen, bei dem Aufbau einer gemeinsamen Plattform oder gar eines gemeinsamen Geschäftsmodelles. Das wäre tatsächlich Neuland und das zu betreten, würde vor allem sehr viel Mut kosten.

 

Zusammengefasst:
Vorteile, Herausforderungen & Risiken

Vorteile
  • Verarbeitung und Auswertung großer Datenmengen (Big Data) über Produktionsprozesse, Lieferanten und Kunden
  • Vorausschau auf Marktentwicklungen und daraus resultierend zielführende Entscheidungen
  • Automatisierung der Produktions- und Vertriebsprozesse mit Hilfe digitaler Systeme und künstlicher Intelligenz
  • Gleichlaufende Lieferketten
  • Verkürzte Produktionszeiten
  • Beschleunigte Innovationszyklen
  • Transparente Kundenbedürfnisse (360 Grad Blick auf Kunden)
  • nahtlose Multi Channel Kommunikation
  • Skalierbare Lieferleistung
  • Erweiterung des Portfolios
  • Erschließung neuer Kundengruppen
  • Attraktivität und Wert des Unternehmens
Herausforderungen & Risiken
  • Interne Rollenveränderungen
  • Weiterbildung der Mitarbeiter
  • Hohe Investitionskosten
  • Kurz- bis mittelfristige Umsatz-Einbußen
  • Erweiterung oder Veränderung des Portfolios
    (schwer servicekonvertierbare Produkte)
  • Alter des Unternehmers

 

Die Forderungen in der Debatte

  • „Digital Valley“: Europäisch einheitliche Industriestandards bezüglich Datenschutz, Rahmenbedingungen und Sicherheit von Software in Produkten (Gefahr der Globalisierung von US-Standards ohne ausreichende Konfigurationsmöglichkeiten)
  • Ausbau flächendeckender Breitbandnetze für die europäische Infrastruktur
  • Schnellere EU-Fördergelder und deren besseren Verteilung; Vorschlag hier: EU solle Fördergelder zweckgebunden an Kommunen verteilen, ohne lange Antragszeiten und „bemerkenswert dümmlichen Förderkriterien“ vorab
  • Einfache, angemessene Direktkredite von Banken an Unternehmen ohne überspannte Absicherungen (z. B. persönliche Haftung des GmbH Geschäftsführers)
  • Praktische Beratung zur Digitalen Transformation als Wirtschaftsförderungsmaßnahmen begreifen und die Kommunen als Branchenlöser heranziehen

 

Weitere Schlagworte zum Thema

  • 360° Blick auf Kunden
  • Industrie 4.0
  • Big Data
  • Internet of Things (IoT)