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Einmal Elternzeit und zurück – Wenn man das alte mit dem neuen Leben kombiniert

Einmal Elternzeit und zurück – Wenn man das alte mit dem neuen Leben kombiniert

Traumjob in einer Top-Agentur, 40 Stunden Stelle, festangestellt. Da gibt es eigentlich nichts, was man daran heutzutage ändern möchte. Man sitzt sicher im Sattel, liebt seinen Beruf und die Kollegen. Geht täglich gerne und mit Motivation zur Arbeit.

Aber eine kleine Sache gibt es, die das Leben zwar sehr positiv, aber auch gewaltig ändert. Ein Kind!

Nach einer Vorbereitungsphase, in der man immer dicker wird und die den Weg zur Arbeit sowie das Sitzen auf einem Bürostuhl beschwerlicher macht, ist es dann so weit. Der letzte Arbeitstag! Man könnte meinen, die Vorfreude auf das, was da kommt, die „freie“ Zeit und das Muttersein würde einen voll ausfüllen. Bei mir war das ehrlich gesagt nicht so. Ich habe mich sehr schwer getan, mich von meiner Arbeit und meinem „alten“ Leben zu trennen. Dies ging mir auch die ersten sechs Monate meines Mutterseins so. Auch wenn die Liebe zu meinem Kind und die Freude am Aufwachsen wahnsinnig groß ist, unterschwellig hat immer ein großer Teil von mir gefehlt.

Nun habe ich ja zum Glück einen Beruf, den ich zu Hause weiter ausüben kann, und konnte mich in der Elternzeit gut auf dem Laufenden halten. Besuche in der Agentur, mit und ohne Zwerg im Schlepptau. Lesen in Fachzeitschriften und Blogs, kleine HTML- und CSS-Übungen, um den Quellcode nicht ganz aus den Augen zu verlieren und dank meiner netten Chefs hatte ich immer noch meine Grafikprogramme, um meine „Fingerübungen“ zu machen.

Und zack – es geht so schnell, der erste Geburtstag des eigenen Kindes ist da und somit auch mein erster Arbeitstag als Teilzeitmama. Das Kind ist gut versorgt bei der Tagesmutter untergebracht und Mama geht wieder ins Büro. Wenn auch nur 25 statt der 40 Stunden, aber jetzt heißt es, das alte mit dem neuen Leben zu kombinieren. Morgens muss man sich jetzt nicht mehr nur anziehen, Zähne putzen und los…nein, Kind fertigmachen, sich fertigmachen, Kind den Rucksack packen, Kind zur Tagesmutter bringen und dann kann es erst losgehen. Zeitlich ein Unterschied von einer halben Stunde, logistisch jeden Morgen ein Meisterwerk.

Nun sind die ersten paar Wochen um und ich muss sagen, es geht alles. Der Tagesablauf muss gut durchgeplant sein für die ganze Familie, aber dann klappt soweit alles wie am Schnürchen. Und wenn man so ein tolles Kind hat wie ich, kann man sich auch sorglos in die Arbeit stürzen und voll auf seine Aufgaben konzentrieren. Die Einarbeitung in die Programme und Projekte kommt Stück für Stück voran und den Kaffee aus frisch gemahlenen Bohnen kann ich genießen, ohne dass ich aufpassen muss, dass ihn jemand (ca. 75 cm groß) umschmeißt.

Fazit des Ganzen: Das größte, anstrengendste aber auch schönste Projekt meines Lebens hat begonnen.