Mobile Art: Das iPhone und der Datenverarbeiter

An der Wand in unserer Agentur h├Ąngt ein Kalender, an dessen Schwarz-Wei├č-Bildern hier vielleicht jeder einmal h├Ąngenbleibt. Das Interessante an den Bildern ist auch ihre Entstehung: Werner Kiera (aka Datenverarbeiter) nutzt ÔÇö unter anderem ÔÇö ein iPhone, um Augenblicke einzufangen und zu bearbeiten. Den K├╝nstler haben wir mit einem iPhone 6 Plus gesponsert.

Um die Arbeiten des „Datenverarbeiters“ besser zu verstehen, gibt die Geburtsstunde seiner Eigenbezeichnung ein wenig Aufschluss.

Der Name Datenverarbeiter h├Ąngt mit meiner Vergangenheit als Computerk├╝nstler zusammen, als ich vor 30 Jahren mit mehreren Mitstreitern einer der ersten war, die mit Computern Kunst machten. Erkenntnistheoretisch k├Ânnte man auch sagen, die menschliche Wirklichkeit entsteht durch eine Art Datenverarbeitung.
Grunds├Ątzlich versuche ich auch bei jeder Serie ein philosophisches oder existenzielles Thema aufzugreifen. Bei den Webcam-Bildern Non Places ist das Raum und Zeit, bei Stolen Faces das Ich, bei Night Visions die Nacht (in uns) und jetzt bei Basement die Dinge, die im Keller – des Bewusstseins – sind. Oftmals sind die Fotos zuerst ziemlich profane Bilder die erst durch die Nachbearbeitung oder den Kontext, in den ich sie durch den Bildtitel stelle, ihre Bedeutung erhalten.

Kiera bearbeitet seine Bilder mit verschiedenen Apps, was ihm seinen Vorreiterstatus einbringt.  Aus Sicht der Jury des Mobile Art Europe Awards sind Idee und Art der Verarbeitung so au├čergew├Âhnlich, dass  sie ihn f├╝r seine Arbeiten ÔÇ×Non Places“ 2013 mit dem ersten Platz auszeichnen. In einem fr├╝heren Interview beschreibt er die Schaffensweise seiner Bilder genauer:

Ich fotografiere ├╝ber eine Live-Webcam ein Bild in einer Einkaufspassage in Tokio, dieses Bild wiederum bringe ich mit einem Bild zusammen, welches ich ├╝ber eine Live-Webcam in New York fotografiert habe. […] Im eigentlichen Sinne entsteht so eine Art von ÔÇťfotografischer MalereiÔÇŁ. Dabei versuche ich immer, eine Geschichte zu erz├Ąhlen, die aus dem Bild, aber auch aus dem Titel hervorgeht. Durch meine ganz spezielle Komposition dieser universalen Bilder entstehen in gewisser Weise Nicht-Orte oder Non Places, die es so in Wirklichkeit nicht gibt und die auch kein anderer sehen, geschweige denn fotografieren kann.http://fokussiert.com/2013/02/25/werner-kiera-das-verlangerte-auge/

Neben seinem iPhone nutzt Kiera f├╝r seine Medienkunst analoge und digitale Kameras, Kleinbild und Mittelformat, alte Box- und Klappkameras und sogar einige Spionagekameras, um damit beispielsweise in der Oper zu fotografieren. Erneut von einer Jury eingeladen, stellt Kiera seine aktuellen Arbeiten im April 2015 auf der „Kunstboxaus, einer Messe f├╝r zeitgen├Âssische Kunst im Kulturort Depot in Dortmund. Ebenfalls aktuell ist sein Musikprojekt Fleur Noire, in dem Kiera Bild mit Musik verwebt und damit Raum (Bild) und Zeit (Musik) verbindet.

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Wer mehr ├╝ber Kiera aka Datenverarbeiter erfahren m├Âchte, wird unter anderem hier f├╝ndig: