#reviewbarcampRheinRuhr

Nachlese zum TYPO3 Camp RheinRuhr

Nachlese zum TYPO3 Camp RheinRuhr

Sprechen Sie „dev“?

Anfang des Monats waren wir zu Gast beim TYPO3 Camp RheinRuhr, das wir zugleich erstmalig als Sponsor unterstützt haben. Das Camp findet jährlich in Form eines Barcamps statt und setzt sich zu großen Teilen aus der Community rund um das Content-Management-System TYPO3 zusammen. So hatte sich für PPW ein Team aus vier Webentwicklern auf den Weg zum Unperfekthaus nach Essen gemacht. Im Nachgang haben mir die Kollegen berichtet…zumindest haben sie es probiert. Denn nein; ich spreche leider kein dev.

Sprechen dev und tragen das passende Lanyard zur Tapete: Meine Kollegen im brandneuen PPW Poloshirt und in Vorfreude auf zwei spannende Camp-Tage.

Vorab: Was ist eigentlich ein Barcamp?

Da nicht jedem das Veranstaltungsformat Barcamp geläufig ist, hier vorab eine kurze Definition: Es gibt vorab keine feste Agenda. Alle Teilnehmer können zu Beginn der Veranstaltung ihre Themen und Ideen vortragen. Aus diesen Themen werden einzelne Sessions in einen Zeitplan und auf verschiedene Räume verteilt. Die einzelnen Sessions leben häufig von Diskussion und Erfahrungsaustausch, unterscheiden sich also deutlich von Fachkongressen oder anderen starr geregelten Events.

So sieht dann die Sessionplanung für Tag 1 aus:

Manche Dinge funktionieren analog auch ganz gut: Basisdemokratische Sessionplanung mit Post-its und Heftzwecken.

Wodurch zeichnet sich das TYPO3 Camp RheinRuhr grundsätzlich aus?

Die Atmosphäre ist locker und es gibt einen sehr persönlichen und kollegialen Austausch. Vom Anzugträger bis barfüßigen Shortlook ist alles vertreten. Das Camp wird aus der Community raus organisiert und bietet so die größtmögliche Nähe zu den Bedürfnissen der TYPO3 Entwickler.

DDEV + TYPO3: schnelle Arbeitsumgebung für Entwickler

Martin interessierte sich insbesondere für dieses Thema, das in der TYPO3 Welt noch nicht so lange verbreitet ist: „Mit dem Open-Source-Werkzeug DDEV können lokal vollständige Entwicklungsinstanzen erstellt werden. Quasi wie ein virtueller Server, der lokal auf einem Mac/PC gestartet wird, können Projekte so für Entwicklerteams wesentlich schneller eingerichtet werden. D.h. so können die bislang bei uns eingesetzten Entwicklungsmaschinen ersetzt werden. Zudem ist nun auch der Einsatz unter Windows möglich.“

Mehr dazu: https://www.drud.com/what-is-ddev/

TYPO3 Version 9: neue Funktionen und Verbesserungen

Für Dominik war vor allem das Thema „Was ist neu bei TYPO3 9.5?“ relevant. Im Sinne der Hands-on Mentalität des Camps wurde hier in zwei Sessions ein kleines Projekt von Version 8.7 auf 9.5 „geliftet“, was in nur zwei Stunden vollzogen war.

TYPO3 GmbH Geschäftsführer Mathias Schreiber stellte die TYPO3 9.5 Neuigkeiten vor – hier ohne Anspruch auf Vollständigkeit aufgelistet:

  • Generierung von lesbaren URLs in den Seiteneigenschaften (unabhängig von der tatsächlichen Seitenstruktur)
  • SEO-Verbesserungen im Core (Meta-Beschreibungen usw., Open Graph Tags, automatische Canonical Links)
  • Anlegen von Weiterleitungen (sog. Redirects) ist nun leicht möglich (in v10 folgt dann ein Pop-up Alarm für vergessene Redirects)
  • Überarbeitetes Admin-Panel (leichteres Arbeiten direkt im Frontend-Modus, z.B. Debugging-Mode für Entwickler)
  • Bessere Integration von Datenschutzfunktionen (z.B. automatisierte Anonymisierung von IP-Adressen und Löschen alter Datensätze)
  • Extension-Scanner zur Prüfung von Erweiterungen auf Kompatibilität mit Version 9
  • User Experience für Redakteurer: Besseres On-Boarding, besseres Systemerlebnis für Redakteure (Usability wurde optimiert), Seitenbaum lädt schneller (Performance Optimierung durch SVG-basierte Darstellung)

Mehr dazu in diesen Slides: https://forge.typo3.org/attachments/download/33888/TYPO3-v9-LTS-whats-new.german.pdf

Kontinuierliche Integration: Qualitätssicherung durch Automation

Ein weiteres Thema, das grundsätzlich im Bereich der Software-Entwicklung Einzug hält, ist die Methode Continous Integration (oder auch als Teil dessen: Continous Deployment). Sie ermöglicht durch einen einzigen Befehl eine Automatisierung von mehreren Einzelschritten des klassischen Deployments (für Nicht-Entwickler: Unter Deployment wiederum ist die Veröffentlichung oder das Ausspielen von Änderungen einer Website zu verstehen).

Die Vorteile: Änderung können sofort live gehen und Release-Zyklen werden immer kleiner. Das System testet hier in automatisierter Form. So sind beispielsweise automatische Tests von Formularen möglich, Tests der korrekten Funktionsweise einer E-Mail Validierung usw.

Hierzu hatte unser Team zwei Talks gehört, so auch zur technischen Lösung Gitlab, die bereits bei uns Einsatz findet. Gitlab pflegt die Änderungen ein, checkt Konflikte bzw. gleicht ab mit bestehenden Daten und deployed dann automatisiert auf den Live-Server. Neben dem Zeitgewinn steht dabei vor allem die Reduktion von Fehlern im Vordergrund.

Mehr dazu: https://about.gitlab.com/

Und sonst noch?

Dominik: „Als spannende (und noch recht neue) E-Commerce Lösung für TYPO3 hat sich Shop-Anbieter Aimeos präsentiert. Vor allem dann, wenn komplexere Shoplösungen gefragt sind – also bei vielen Produkten mit verschiedenen Varianten, Preislisten, Vererbungen, Händler-Logins usw., verspricht der Anbieter passgenaue Lösungen.“ Wir halten ein Auge drauf.

Martin: „Das Thema Backend-Konfiguration für Redakteure war für mich interessant. Als Entwickler auch immer wieder den Blick darauf zu richten, dass sich unsere Kunden bzw. die vielen Redakteure leicht im Backend zurecht finden, ist sehr wichtig.“

In diesem Sinne, bis nächstes Jahr, liebes Orga-Team und liebe Co-Camper!

Titelbild: Das Gemeinschaftswerk „Camp-Puzzle“ wurde versteigert und der Erlös kam einem Schulförderverein zugute.