Pitch-Antwort mit Nachgeschmack: „Vielen Dank f├╝r Ihre M├╝he!“

„Wir bedanken uns vielmals f├╝r Ihr Angebot und den ausf├╝hrlichen und netten Vorstellungstermin. Heute m├Âchten wir Ihnen mitteilen, dass wir uns vorerst f├╝r eine interne L├Âsung entschieden haben. Sollten wir erneut Bedarf haben, kommen wir sehr gerne auf Sie zur├╝ck!“

Ich habe sicherlich nicht immer das gleiche Gef├╝hl bei einer Kundenanfrage. In diesem Fall jedoch passten die angeforderten Leistungen ausgesprochen gut zu den Dienstleistungsschwerpunkten von pietzpluswild. Bei derart guten Voraussetzungen kann man sich mit ganzer Kraft und viel positiver Stimmung an die Arbeit machen.

Also frisch ans Werk mit folgenden Zutaten:

  • 5 Stunden Analyse der verschiedenen Internetauftritten, bzw. Produktseiten des Kunden ÔÇô f├╝r den ersten Eindruck.
  • 2,5 Stunden Mitbewerber-Recherche ÔÇô f├╝r den zweiten Eindruck!
  • 1,5 Stunden Quellcode-Analyse im Frontend der Internetauftritte ÔÇô verschafft einen groben ├ťberblick zur Aufwandsplanung der geforderten TYPO3 Updates auf die Version 6.2. LTS.
  • 8 Stunden Grobkonzeption zu den geforderten Punkten des schriftlichen Projektbriefings ÔÇô um sich mit den Produkten und der Marke des Kunden auseinanderzusetzen.
  • 4 Stunden zur Erstellung der auszusendenden Pr├Ąsentationsunterlagen ÔÇô zur Darstellung der Arbeitsweise und des Profils der pietzpluswild GmbH.
  • 6 Stunden zur Erstellung der Kostenkalkulation inkl. Darstellung der Optionen f├╝r die Optimierung – um flexibel umsetzen zu k├Ânnen und Kostentreiber zu identifizieren.
  • 3 Stunden zur Verfeinerung der Grobkonzeption im Hinblick auf die Kundenpr├Ąsentation vor Ort ÔÇô um die Sache ÔÇ×rundÔÇť zu machen!

Kostenvoranschlag und Pr├Ąsentation inkl. Grobkonzeption an den Kunden geschickt, kurze Nachfrage per Telefon, ob alles angekommen und die Unterlagen zur weiteren internen Bearbeitung vollst├Ąndig seien, dann erstmal einige Wochen Stille. Leider erh├Ąlt man wenig R├╝ckmeldungen zum Voranschreiten einer Projektanfrage oder zum Entscheidungsprozess. Es stellt sich die Frage, ist es in diesen F├Ąllen eher positiv viel nachzufragen oder die Angelegenheit auszusitzen? In diesem Fall wurden wir nach einiger Zeit zum Pr├Ąsentationstermin eingeladen. Sehr gut, lernen Sie uns pers├Ânlich kennen, das ist gut f├╝rs Vertrauen!

Pr├Ąsentation vor Ort, das bedeutet Nachschlag beim Vorschlag:

  • ca. 8 Stunden zur Terminvorbereitung mit Pr├Ąsentationsunterlagen und dem vor Ort Termin inkl. Unterst├╝tzung durch die Konzeption und Projektleitung

Nach einem – wie ich meine – sehr gelungenen Pr├Ąsentationstermin, zu dem uns vom potentiellen Auftraggeber positive R├╝ckmeldungen erreichten, warteten wir auf die Entscheidung.

Ende:

Die Entscheidung – eine Absage. Leider in Form eines unpers├Ânlichen Platzhaltertextes. Nat├╝rlich geh├Âren Absagen zum Agenturgesch├Ąft, wie auch Zusagen. Also nichts was ungew├Âhnlich w├Ąre, obgleich ich mich ├╝ber die vielen Arbeitsstunden ├Ąrgere. Wenn dann wenigstens irgendjemand den Zuschlag bekommt ist das nur gerecht. Auswahl und Bauchgef├╝hl geh├Âren zum Gesch├Ąft, man m├Âchte schlie├člich einen Partner f├╝r eine langfristige Zusammenarbeit finden. Was in diesem Fall allerdings sehr schade war und f├╝r einen negativen Beigeschmack sorgt, war der lapidare Umgang mit der Absage an uns, samt der ziemlich irritierenden Begr├╝ndung zur „internen L├Âsung“.

Gesch├Ąftsf├╝hrer sitzt lesend auf dem Sessel
Einfach mal sackenlassen

Verbesserungsvorschlag:

Agenturen machen sich mitunter viel Arbeit, um Pitch-Anfragen hochwertig zu bedienen, damit die Einladungen und Pr├Ąsentationstermine nicht zur Zeitverschwendung f├╝r den Kunden werden. Mit Blick auf das entgegengebrachte Engagement eigenen sich pers├Ânliche Telefongespr├Ąche oder zumindest auf├╝hrlichere E-Mails sicherlich besser, um das Pitch-Ergebnis zu ├╝berbringen. Sicherlich ├╝berbringt niemand gerne schlechte Nachrichten, schon gar nicht pers├Ânlich. Aber auch dieses Verhalten zeichnet ein Bild der Arbeitsweise des potentiellen Auftraggebers und kann die Marke st├Ąrken. Agenturen sind nicht nur Gesch├Ąftspartner, sie k├Ânnen wiederum auch Kunden der Produkte sein, f├╝r die sie kreative Leistungen erbringen. Eine positive User Experience sollte daher beide Seiten erreichen und ein Signal zur Wertsch├Ątzung der bisher erbrachten Pitch-Leistungen zahlt auf die Professionalit├Ąt ein.

Man sieht sich bekanntlich zweimal im Leben, so sagt man, in diesem Fall w├╝rde ich mich dennoch freuen.