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Progressive Web Apps (PWA) – Vorteil: auch offline online sein

Progressive Web Apps (PWA) – Vorteil: auch offline online sein

Es ist selbstverständlich, schöne, mobilfreundliche, responsive Websites oder mit den Fingern gut bedienbare Apps vorzufinden. Während responsive Webseiten oder nützliche Apps also fast zum Standard gehören, entwickelt sich derzeit nebenbei der Offline-first-Ansatz weiter. Die recht neuen Progressive Web Apps (kurz: PWAs) sind optisch nicht von einer responsiven Website zu unterscheiden und sollen das Beste von Apps und Websites miteinander vereinen.

Wie funktionieren Progressive Web Apps?

Progressive Web Apps wollen sich die Vorteile von Apps zu Nutze machen und deren Nachteile ausmerzen. Unser Kollege Stefan Grund formuliert das so:

Tatsächlich kann man sich das besser als Progressive Web Sites vorstellen, d.h. Webseiten – egal, ob das eher klassische Auftritte wie bei unseren TYPO3-Seiten sind oder Web-Applikationen wie jetzt bei Red Dot oder Stepin – die durch das Einhalten bestimmter Konventionen eine moderne Nutzererfahrung bieten, wie man sie eben z.T. aus nativen Apps gewohnt ist.

Progressive Web Apps passen sich dem jeweiligen Endgerät an – nicht nur in responsiver, also darstellender Weise. Indem sie den Browser des Endgeräts nutzen, agieren PWAs plattformunabhängig. Durch immer umfassender werdende Schnittstellen im Browser können PWAs Zugriff auf die Kamera, das Gyroskop oder die GPS-Koordinaten eines Mobilgeräts erhalten und so Funktionen bieten, wie man sie bisher nur von nativen Apps kennt.

Bei der Google Entwicklerkonferenz (Google I/O ’17) stellte Sam Birch die Vorteile von PWAs vor .

Die Vorteile von Progressive Web Apps

1. Unabhängigkeit von App-Stores
Den Umweg über die App-Stores müssen Nutzer nicht mehr machen. PWAs sind wie andere Websites auch über normale Suchanfragen in den Suchmaschinen auffindbar. Statt in App-Stores um Aufmerksamkeit zu ringen und Werbung für die App zu machen, sind PWAs wie normale Websites in den Suchmaschinen durch klassische SEO- oder SEA-Arbeit sichtbar.

2. Keine Installation & Updates
Per „Add-To-Homescreen-Button“ können Nutzer die PWAs mit einem Klick auf ihrem Smartphone ablegen. Und das ohne viel Speicherplatz zu benötigen! Updates entfallen, da PWAs über den Browser laufen und sich online automatisch aktualisieren.

3. „Offline First“ durch Service Worker
Klingen niedlich, sind aber lediglich JavaScripts, die zwischen der Kommunikation von Client (Browser) und Server liegen. Mit ihrer Hilfe wird – durch HTTPS gesichert – der Offline-Austausch möglich gemacht. Für die Nutzer heißt das, dass sie im Bedarfsfall überall auf die PWA zugreifen können. Das ermöglicht maximale Unabhängigkeit von Bandbreite, Netzverfügbarkeit oder Kosten.

4. Gute Performance
Was Google freut: die gute Performance von PWAs. Denn Googles Bewertung einer guten mobilfreundlichen Website unterliegt eben auch die Geschwindigkeit, mit der die Seite auf mobilen Endgeräten geladen werden kann.

5. Leicht teilbar
PWAs sind – wie jede Website – verlinkbar, können also einfach geteilt werden; sie sind also außerhalb des geschlossenen App-Store-Kosmos gut erreichbar.

Fazit. Progressive Web Apps vs. Mobile Apps

Apps sind nützlich. Vermutlich aus den Gründen, aus denen die PWAs ihnen den Rang ablaufen könnten: Intuitiv bedienbar, personalisierbar, offline verfügbar und einmal geladen – schnell auffindbar auf dem Smartphone. All das sind Progressive Web Apps allerdings auch.

Und mehr noch: PWAs müssen nicht über App Stores installiert werden, sondern sind wie Websites auffindbar, teilbar und gleichzeitig wie eine App auf dem Bildschirm ablegbar, ganz ohne Updates. Aus Kosten- und Effizienzgründen könnten Anbieter fortan nur noch in die Entwicklung einer PWA zu investieren, statt beides, App und Website, zu betreiben.

Derzeit ist die Nutzung einer PWA auf mobilen Devices jedoch noch mit Einschränkungen verbunden. Nicht alle Funktionen können mobile Betriebssysteme schon umsetzen. Doch während Google, Mozilla, Microsoft und Opera bereits die Wege ebnen, hinkt Apple noch hinterher. Ob sich das Unternehmen weiterhin zögerlich verhält, hängt womöglich auch davon ab, wie stark sich PWAs durchsetzen werden und inwieweit sich Apple in seinem App-Store-Geschäftsmodell bedroht sieht. Seit der Veröffentlichung von iOS 11.3 im letzten Monat unterstützt Apple nun aber auch schon einige PWA-Funktionen wie etwa Service Worker. Maximiliano Firtman gibt in seinem Artikel einen detaillierten Überblick über PWAs und beschreibt ausführlich, wo es derzeit noch hakt.

 

Beispiele für Progressive Web Sites
Google Maps hat bereits eine schlanke PWA, Twitter (Twitter Lite) sowie Starbucks überzeugen bereits damit. Weitere PWAs gibt es unter https://pwa.rocks/ zu sehen.

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„Going offline“ von Jeremy Keith:
https://abookapart.com/products/going-offline