Das Recht auf Homeoffice – auch bald in Deutschland?

Das Recht auf Homeoffice – auch bald in Deutschland?

In den Niederlanden gibt es neuerdings die gesetzliche Vorgabe f├╝r Arbeitgeber, ihren Angestellten Homeoffice, soweit m├Âglich, anzubieten. Auch in Deutschland denken die Gr├╝nen ├╝ber das Recht auf Homeoffice nach. Beim Gr├╝beln ├╝ber die Vor- und Nachteile bin ich f├╝r mich zu einem Ergebnis gekommen.

Vor allem in der digitalen Branche ist es ├╝blich, dass gelegentlich von zu Hause aus gearbeitet wird. Es ist ein Aufw├Ąrtstrend zu erkennen, was das so genannte Homeoffice angeht. So haben beispielsweise zwei Drittel der Befragten einer Studie des Hightech-Verbands Bitkom angegeben, dass sie das Prinzip bef├╝rworten und sogar 17 % haben angegeben, dass sie sich vorstellen k├Ânnen, nur noch im Homeoffice t├Ątig zu sein. Ein wichtiger Grund daf├╝r sind unter anderem die Arbeitsplatz- und Arbeitszeitmodelle. Auch die g├Ąngige Kommunikation leidet nicht unbedingt unter dem Punkt. Per E-Mail, Videokonferenzen, Kollaborationstools oder ganz klassisch per Telefon ist eine kommunikationsbasierte Zusammenarbeit m├Âglich. Es gibt mittlerweile viele gute Software-Konzepte, eins davon z.B. Intrexx als Intranetl├Âsung, die Unternehmen bei den Anforderungen f├╝r Arbeitnehmer au├čer Haus unterst├╝tzen k├Ânnten.

Die Gesch├Ąftswelt ist da unterschiedlicher Ansicht: Die Firma Thyssen-Krupp zum Beispiel hat anl├Ąsslich der Kita-Streiks vorwiegend positive Erfahrungen mit Homeoffice gemacht, w├Ąhrend sich das Unternehmen Yahoo bereits 2013 gegen ihre g├Ąngige Homeoffice Kultur ausgesprochen hat. Die interesssante Auflistung gro├čer Unternehmen und ihrer Arbeitszeitmodelle zeigt, dass sich insgesamt aber viele Unternehmen um flexible Angebote bem├╝hen, zumeist auch im Rahmen von Homeoffice.

Aus Arbeitnehmersicht

F├╝r den von zuhause aus arbeitenden Mitarbeiter gibt es einige Vorteile, wie beispielsweise keinen vorhandenen Dresscode (in einigen Agenturen ist dies durchaus ├╝blich) und die E-Mails k├Ânnen auch von der Liege aus im Garten bearbeitet werden. Ebenfalls von Vorteil ist die M├Âglichkeit der flexiblen Arbeitseinteilung, die im B├╝roalltag so nicht immer gew├Ąhrleistet ist. Aber auch gerade f├╝r kreativ arbeitende Mitarbeiter kann Homeoffice ein Vorteil sein, da sie sich eventuell in gewohnter Umgebung besser entfalten und ihrer Kreativit├Ąt besser freien Lauf lassen k├Ânnen.

Doch was sich sch├Ân anh├Ârt, kann auch ganz schnell nach hinten losgehen. Das f├Ąngt bei der Selbstdisziplin an. Denn in den eigenen vier W├Ąnden gibt es mehr St├Ârfaktoren als im B├╝ro. Da w├Ąren etwa der Fernseher oder Radio, die nebenbei laufen, oder Kinder, die um einen herum spielen. Ebenfalls von Nachteil ist der Faktor Zeit. Zuhause dehnt man eventuell die Pausen aus, weil das Wetter gerade so sch├Ân ist, oder weil einem einf├Ąllt, dass man noch einkaufen muss. Disziplin ist also das A und O! Vielleicht wird dadurch der Vorbehalt gest├Ąrkt, dass Homeoffice die Karriere nicht unbedingt beg├╝nstigt (ebenfalls diskutiert in der Wirtschaftswoche zum Thema Home Office).

Datenschutz und -sicherheit ist in unserer heutigen Zeit ebenfalls ein sehr gro├čes und sensibles Thema. Auch hier ist Vorsicht vor Hackern geboten. Das f├Ąngt bei einer sicheren Internetverbindung an und geht bis hin zu vertraulichen Telefonaten mit Kunden. Hier m├╝ssen entsprechende Vorkehrungen getroffen werden. Die Versicherungsfrage sollte vorher mit dem Arbeitgeber gekl├Ąrt werden. Sowohl f├╝r das Eigentum als auch die Haftung f├╝r Sch├Ąden, die bei der Arbeit zu Hause verursacht werden k├Ânnten. Die Arbeitsbedingungen im Homeoffice sollten vertraglich genau festgehalten sein, wie Ina-Kristin Hubert, Fachanw├Ąltin f├╝r Arbeitsrecht, ausf├╝hrt.

 

Zusammengefasst

Vorteile:

  • Bessere Vereinbarung von Familie und Beruf
  • Freie Zeiteinteilung
  • Fehlender Arbeitsweg
  • Unabh├Ąngigkeit von Wetterbedingungen
  • Mit Disziplin: Ungest├Ârte Arbeitsm├Âglichkeit

 

Nachteile:

  • Einrichten sicherer Zug├Ąnge (E-Mail, Netzwerk, Kollaborationstools)
  • M├Âglich: soziale Isolation, fehlendes Zugeh├Ârigkeitsgef├╝hl zum Unternehmen
  • Nicht immer verl├Ąssliche Kommunikation mit Kunden m├Âglich
  • Spontane Teamabsprachen schwerer zu organisieren
  • Hohe Eigenverantwortung, sonst ineffektives Arbeiten
  • Schwierigkeiten bei der Trennung von Beruf- und Privatleben

 

Pers├Ânliche Tipps

Homeoffice klingt attraktiv, ist meiner Meinung nach aber nicht immer die bessere Alternative. Zumal die Kommunikation im Unternehmen darunter leiden kann, wenn man in essenziellen oder auch spontanen Meetings nicht anwesend ist. F├╝r mich pers├Ânlich ist Homeoffice daher kein gro├čes Thema. Sollte das jedoch trotzdem mal angesagt sein, z.B. wenn ich eine leichte, aber doch ansteckende Infektion haben sollte, helfen mir folgende Punkte:

Ich lege mir eine ruhige Playlist an, da ich gerne bei der Arbeit Musik h├Âre. Die Lieblingsmusik f├Ârdert das eigene Wohlbefinden und sorgt zeitgleich f├╝r innere Ruhe. Des Weiteren meide ich Facebook und andere soziale Netzwerke. Eine weitere konzentrationsf├Ârdernde Ma├čnahme ist auf jeden Fall frische Luft. Ideal: Arbeiten mit offenem Fenster oder drau├čen.