„SEO fĂĽr Agenturen“ – weniger ist manchmal mehr (eine Buchrezension)

„SEO fĂĽr Agenturen“ – weniger ist manchmal mehr (eine Buchrezension)

Buchrezension: „SEO fĂĽr Agenturen“ von Markus Hövener 

Fachliteratur lesen, sich durch SEO-News fräsen und Suchmaschinen auskundschaften, einiges an SEO-Know-how kann man so anhäufen. „SEO für Agenturen“ von Markus Hövener ist noch einmal spezieller auf ebendiese ausgerichtet. Warum eigentlich?

Aufbau des Buches

  • Ein ĂĽbersichtliches SEO-Basic-Kapitel mit 12 basalen SEO-Bausteinen.
  • Ein zweites Kapitel mit Seitentypen – wo bieten sich SEO-Potenziale und welche?
  • Das dritte Kapitel befasst sich mit Inhalten mit Backlink-Potenzial.
  • Die wichtigsten Tools stellt Markus Hövener im vierten Kapitel vor.

Das Buch ist ein Kompakt-Ratgeber. Und so verhält es sich auch, es liefert klar und knapp wichtigstes SEO-Wissen. Es bietet gleichermaĂźen SEO-Basics wie SEO-Anregungen, erwähnt aber auch technische Details wie den richtigen Umgang mit JavaScript.Die Themen begrenzt der Autor jeweils auf eine Seite. Beispiele gibt es nebenstehend ebenfalls einseitig, klar und strukturiert.

Inhaltlich liefert der Ratgeber möglicherweise alles, was man zu SEO wissen muss (nicht nur als Agentur, sondern auch ganz allgemein). Es bietet einen super Überblick und vor allem, wie ich finde, hilfreiche, persönliche Einschätzungen zu SEO, ganz ohne ultimative-Weisheiten-Allüren. Hövener schreibt durchweg sympathisch, natürlich und unkompliziert. Insgesamt hat er mir noch einmal an vielen Stellen Feinheiten, Ideen und die Denkweise durch die SEO-Brille nahegebracht.

Folgende wertvolle Aspekte habe ich nochmal bewusst in meinen SEO-Wissensfundus & To-Do-Plan mit aufgenommen:

  • Wo Kreativität geht, wo eher nicht
  • Selbstverständlichkeiten oder Definitionen in der Meta-Description
  • B2B ist nicht gleich B2B: vertikale Leistungen, z.B. Agentur + Branche
  • Relevanz vor Suchvolumen
  • Auch mehr generische Suchanfragen abdecken
  • Mehr extern verlinken, z.B. zu anderen Recaps
  • Inhalte in SEO-relevant und SEO-irrelevant aufteilen und den Bereich „Leistungen“ kĂĽrzen bzw. gewichten, indem wir nicht alle im MenĂĽ der ersten Ebene auffĂĽhren
  • Unbedingt das Markup fĂĽr Breadcrumb-Navigationen testen

Gibt es  denn spezielle Anforderungen an Agenturen?

Ja, es gibt einen speziellen Aspekt für Agenturen, der allerdings weniger mit SEO-Expertise zu tun hat, sondern typischerweise mehr in der Denkweise von kreativen Agenturen liegt. Nämlich, dass „gerade Agenturen manchmal der Versuchung [erliegen], das gesamte Können zeigen zu wollen.“¹ Also besser nicht: Erwartungen sprengen, sondern eher: Erwartungen erfüllen, zumindest auf Webseiten. Aus Usabilitysicht ist dies oft erfolgreicher. Und somit auch gut für SEO.

Fazit

A fool with a tool is still a fool, zitiert Hövener. Wem es so geht, kann sich jedenfalls nach dem Lesen weniger foolig fühlen. Man kann Wichtiges von eher Unwichtigem trennen, abhaken, überblättern, nachschlagen, an Beispielen lernen und hat dank des schlanken Formats keine inneren Schweinehunde (z. B. angesichts eines dicken Wälzers) zu überwinden. Es ist kein „How-to“-Buch oder eine Schritt-für-Schritt-Anleitung, sondern ganz im wörtlichen Sinne ein Rat-Geber, durch den ich meine persönlichen SEO-Wissenshaufen noch einmal neu sortieren und gewichten konnte.


¹ Hövener: SEO für Agenturen, 2019, S. 21.


Bild von Karolina Grabowska auf Pixabay