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The Grid: „It feels like magic, but it isn’t“

The Grid: „It feels like magic, but it isn’t“

Kein Filmtitel, sondern Technik der besonders neuartigen Art. Die erste Plattform, die mit Hilfe künstlicher Intelligenz Webseiten gestalten soll, und zwar sich selbst-designend und -programmierend. Werden wir jetzt alle arbeitslos?

Was The Grid können soll. 

The Grid ist ein flexibler Baukasten für Webseiten. Halt. Nein.

This is not another do-it-yourself website builder. The Grid harnesses the power of artificial intelligence to take everything you throw at it.https://thegrid.io

Vielleicht eher etwas wie Word Press in Vollautomatik. Und es soll noch viel mehr können. Der grundlegende Gedanke dahinter ist maschinelles Lernen. Als erstes lebendes Beispiel dient derzeit die Webseite des Produktes selbst:  https://thegrid.io/

Was von außen einfach und locker aussieht, ist innen jedoch nur mit viel Technik möglich. Dan Tocchini, CEO and Gründer von The Grid, und sein Team entwickelten eigens die Gestaltungssprache Grid Style Sheets (GCS). Diese umgekrempelte Version von CSS löst vormals zyklische Abhängigkeiten von Elementen zu Elternelementen auf. Elemente können sich dadurch flexibel, dabei voneinander abhängig, in Größe und Position ausrichten, wodurch sich die Seite wie von selbst designed.

Die Zaubertricks

Im ersten offiziellen Release, das in ein paar Wochen erwartet wird, soll per Layout-Filter – statt wie sonst üblich Templates –  den Seiten das passende Look & Feel eingehaucht werden, ausgerichtet nach dem Zweck der Seite: Produktverkauf,  Shares, Sign-ups, Generierung von Followers und Fans, Events oder anderem.

Responsive de luxe verspricht Tocchini durch, selbstverständlich, ein sich selbst anpassendes Responsive Design für alle Devices. Mit jedem zusätzlichen Video, Text oder Bild verändert sich das Layout. Tocchini nennt das „content dictates form“.  Darunter fällt offensichtlich auch der farbliche Anstrich und Kontrast der Seite, den The Grid von den Couleurs der Bilder ableitet.

Der inhaltssensible Algorithmus soll außerdem menschliche Gesichter und Tiere auf Bildern erkennen und Bilder entsprechend ausschneiden. Egal welcher Skalierung und Größe – einmal erkannt, werden Gesichter auf jedem Device in Szene gesetzt. Damit nicht genug: In Texten soll der Algorithmus sogar emotionale Konnotationen erfassen.

Ob The Grid am Ende das halten kann, was es verspricht, wird sich erst zeigen müssen. Im späten Frühling dieses Jahres soll es für Founding Members ein erstes Release geben. Das erste kommerzielle Release ist für Ende 2015 angekündigt.

Fazit

Die gute Nachricht: Vermutlich wird The Grid nicht unsere Jobs kapern. Dazu wird der Algorithmus wahrscheinlich noch zu oft an seine Grenzen stoßen. Allein was bisher in die Richtung maschineller Sentimentanalyse von Texten ging, ist von Algorithmen (noch) nicht zufriedenstellend gelöst worden. Ähnliches wird zurzeit für die Konzeption und das Design von Webseiten gelten. Und solange The Grid weder Kreativität gelernt hat noch Ironie versteht, können wir uns vermutlich ziemlich sicher fühlen.

Und das Jobkapern ist offensichtlich auch nicht vorrangiges Ziel von The Grid.

Replacing designers would just be crazy. Maybe in 100 years. Right now, that’s crazy.https://iwantmyname.com/blog/

The Grid wird vielleicht die Arbeit von kleineren Webseitenbetreibern auf der Suche nach einer schnellen und einfachen Lösung erleichtern können. Auch oder gerade denen mit wenig Know-how, denn für The Grid sind keine Coding-Kenntnisse nötig.

Mehr zu The Grid gibt es hier:

Ausblick

Nun ist es so, dass nicht jeder beim Stichwort „Artificial Intelligence“ sofort nur an Arbeitserleichterung denkt. Manch einem drängen sich dabei vielleicht auch Episoden aus Sci-Fi-Filmen oder irgendwelche Horrorvisionen auf. Ein lesenswerter Beitrag von Tim Urban darüber findet sich zum Beispiel in seinem Blog „Wait but Why“ – The AI Revolution: The Road to Superintelligence, mit einer sehr ausführlichen Literaturliste am Ende des zweiten Beitragsteils zum Thema Artificial Intelligence (AI).