Vue.js – Vorteile: Das Beste aus zwei Welten

Vue.js – Vorteile: Das Beste aus zwei Welten

Ein Interview mit Stefan Grund

Vue.js, AngularJS oder React: Welche Vorteile hat vue.js?

Vue.js ist ein modernes JavaScript-Framework, das sich sowohl f├╝r einzelne interaktive Komponenten einer Webseite als auch f├╝r komplexe Web-Anwendungen eignet. Es ist das j├╝ngste der drei gro├čen, popul├Ąren JavaScript-Frameworks und vereint viele Konzepte, die aus Angular und React bekannt sind. Im State-of-Vue.js-Report aus dem letzten Jahr wurde Vue dementsprechend als ÔÇ×Love ChildÔÇť der beiden Frameworks betitelt. Daher ist es auch wenig ├╝berraschend, dass Evan You, der Vue.js-Hauptentwickler, vorher bei Google mit Angular gearbeitet hat.

Ein weiterer Vorteil ist, dass viele Ungereimtheiten, die sich bei den anderen Frameworks ergeben, bei Vue.js bereits ausgemerzt sind. Die Schnittstellen sind meines Erachtens viel sauberer und auch die Syntax ist viel lesbarer als das z.B. bei React der Fall ist (Stichwort „Single File Components“). Gerade neuen Entwicklern bietet es so einen deutlich leichteren Einstieg.

Wie kann man Vue.js am besten lernen?

Es gibt eine ausgezeichnete Vue.js-Dokumentation, die im Vergleich zu anderen Dokus wirklich einen hervorragenden Einstieg in das Framework bietet und mit sinnvollen Beispielen illustriert ist. Dar├╝ber hinaus gibt es einen Styleguide und ein Cookbook, in denen Best Practices aufgezeigt werden, sowie eine aktive Community, die bei kniffeligen Fragen hilft.

Ein gro├čer Vorteil ist, dass Vue.js auch ohne Build Prozess betrieben werden kann. So muss man kein komplexes Projektsetup aufsetzen, sondern kann Vue.js einfach referenzieren und es genauso benutzen wie das fr├╝her bei jQuery der Fall war. Das bietet gerade Neueinsteigern die M├Âglichkeit, Vue ohne gro├čartiges Setup innerhalb von wenigen Minuten auszuprobieren. Zu dem Thema gibt es einen hilfreichen Artikel von Sarah Drasner, der gerade Anf├Ąngern den Einstieg in Vue.js sehr erleichtern wird.

Funktioniert Vue.js auch mit klassischen Webanwendungen und Websites?

Ja, auf jeden Fall. Die St├Ąrke ist, dass man das relativ schnell in klassische Websites integrieren kann und jQuery auch komplett durch Vue.js ersetzen k├Ânnte. Das hei├čt, auf klassischen Websites kann man einzelne interaktive Komponenten mit Vue.js umsetzen. Die gro├če St├Ąrke liegt dabei aber bei den Single-Page-Applications (SPA), in denen wir komplexe Interaktionen und Businesslogik haben, die dann mit Vue.js wunderbar abgebildet werden kann. Aber wir haben auch schon einzelne Komponenten nur mit Vue.js umgesetzt, weil auch das erheblich schneller geht als mit den Bordmitteln von jQuery.

Du siehst also die Zukunft von Vue.js positiv?

Auf jeden Fall. Es ist ganz spannend, dass Vue.js mittlerweile auf GitHub das popul├Ąrste der drei gro├čen Frameworks ist. Es hat gerade mit ein paar Tausend Likes React ├╝berholt. Und auch ganz interessant ist: W├Ąhrend Angular ja von Google entwickelt wird und React allen voran von Facebook, steht bei Vue.js kein gro├čer Konzern dahinter, sondern ein Team von unabh├Ąngigen Entwicklern, die allerdings zum Teil von gro├čen Firmen gesponsert werden. Aber es gibt eben keine einzelne Firma, die ihre Vision durchdr├╝ckt, sondern ein Team, das weitestgehend unabh├Ąngig von ├Ąu├čeren Einfl├╝ssen das Framework vorantreiben.

Das ist auf jeden Fall sehr vielversprechend f├╝r die Zukunft und im Laufe des Jahres soll dann auch Vue.js 3 erscheinen. Dabei wird spannend zu sehen sein, dass Vue 3 weiterhin mit Vue 2 kompatibel sein wird. Etwas, was gerade im Angular-Kosmos immer wieder Probleme bereitet. So wird man bestehende Projekte mit Vue.js locker auf die modernste Version aktualisieren k├Ânnen.

Wo hast du bei PPW bereits Vue.js eingesetzt?

Wir haben Vue.js schon in einer Vielzahl von gr├Â├čeren und kleineren Projekten eingesetzt. Eines der gr├Â├čeren Projekte ist Red Dot, wo wir die Online-Exhibition komplett auf Vue.js-Basis umgesetzt haben, zusammen mit Nuxt.js, das f├╝r das Server-Side Rendering zust├Ąndig ist. Wir haben sehr gute Erfahrung damit gemacht, auch f├╝r eine vollumf├Ąngliche Seite auf Vue.js zu setzen. ├ähnlich war es beim Bestellprozess f├╝r Stepin, bei dem es sich ebenfalls um eine Single-Page-Application handelt, die durch das Backend komplett definiert werden kann, und das Frontend reagiert dann auf alles, was es bekommt.

Die Stadtwerke Bonn sind ein Beispiel daf├╝r, dass wir einzelne Komponenten mit Vue.js umgesetzt haben. Die meisten Online-Produktberater sind Vue.js-Komponenten in einer klassischen TYPO3-Website.

Die RSAG-App ist seit der Version 2.0 komplett mit Vue.js umgesetzt. S├Ąmtliche Interaktionen und Logik der App sind Teil einer Vue.js-Applikation, die in einem hybriden Cordova-Wrapper l├Ąuft. Dieser hybride Ansatz im Zusammenspiel mit Vue.js erm├Âglichte uns, eine deutlich schnellere und qualitativ bessere Umsetzung als das mit klassischen JavaScript-Mitteln oder anderen Frameworks der Fall gewesen w├Ąre.

GibtÔÇÖs sonst noch was zu Vue.js zu sagen?

Was ganz cool ist, ist, dass es im Vergleich zu Googles Angular und Facebooks React ein ├╝berschaubaures Indie-Team ist, das hier die Entwicklung vorantreibt und in das man sich auch selbst mit einbringen kann. Man kommt relativ schnell in Kontakt und wenn man auf GitHub oder im Forum eine Frage stellt, dann kann es gut sein, dass der Chefentwickler pers├Ânlich antwortet. Man kann sich auch sehr gut selbst einbringen. So habe ich z.B. einen kleinen Teil zur Dokumentation beigetragen.

Wie findet man dich bei GitHub?

Bei GitHub findet man mich unter stefangrund.

 


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